Karlsbrücke soll wieder renoviert werden

Das Wahrzeichen Prags ist trotz Sanierung in schlechtem Zustand

Die Renovierung der Karlsbrücke, die zwei Jahrzehnte dauern soll, steht bevor. Eine vor kurzem durchgeführte technische Kontrolle aller Prager Brücke fand heraus, dass das Wahrzeichen Prags in einem sehr schlechten Zustand ist. Auf einer Skala von 1 - 7 ist sie auf Platz sechs, wobei sieben Einsturzgefahr bedeutet. Die Sanierungsarbeiten sollen Ende 2019 oder Anfang 2020 beginnen.

Die Brücke wurde bereits zwischen 2008 und 2010 umfassend renoviert, was einige Kontroversen verursachte. Das UNESCO-Welterbekomitee kritisierte, dass die Sanierungsarbeiten schlecht geplant gewesen seien. Die Brücke ist Teil des Weltkulturerbes und ein geschütztes Wahrzeichen.

Vom Rathaus beauftragte Firmen sollen den Zustand der Steinblöcke der Brücke untersuchen und mit der Reparatur der hölzernen Eisbrecher und des 14. Bogens beginnen, der über der Insel Kampa auf der Kleinseite steht, wo die Fugen zwischen den Steinen bröckeln und es Risse gibt.

Danach sollen die restlichen Bögen saniert werden, was ungefähr 20 Jahre dauern soll. Die Renovierung eines Bogens soll 45 bis 60 Millionen Kč (etwa 1,7 - 2,3 Mil. Euro) kosten. Die Arbeiten sollen unauffällig ausgeführt werden, damit der Blick auf die Brücke dadurch nicht beeinträchtigt wird.

Die Stadt sucht gegenwärtig nach einem Steinbruch für geeignete Steine. Einer der Kritikpunkte der vorherigen Renovierung war, dass die neuen Steine nicht zu den alten passen.

Die hölzernen Eisbrecher, jene Baumstämme, die vor den Brückenpfeilern aus dem Fluss herausragen, sollen zuerst ersetzt werden. Die heutigen sind 20 Jahre alt, wurden aber aus Holz minderer Qualität hergestellt. Die neuen Eisbrecher sollen aus tschechischen Bäumen hergestellt werden.

Die Pfeiler der Brücke sind in gutem Zustand. Sie wurden zuletzt im Jahr 2016 kontrolliert.

Der Bau der Karlsbrücke begann im Jahr 1357 am 9. Tag des 7. Monats um 5:31 Uhr, wodurch das numerische Palindrom 135797531 geschaffen wurde. Die Zeit wurde von Astrologen gewählt, da Kaiser Karl IV. dem Zeitgeist gemäß stark abergläubisch war. Der ursprüngliche Architekt war ein Meister namens Otto, auch Otlín genannt. Der berühmte Baumeister Peter Parler, der unter anderem auch auf der Prager Burg arbeitete, soll den Bau nach Otlíns Tod übernommen haben.

Die Karlsbrücke, damals noch Steinerne Brücke genannt, ersetzte die zwischen 1158 und 1172 erbaute Judith-Brücke, die 1342 durch das Magdalenenhochwasser schwer beschädigt worden war.

Eine Geschichte besagt, dass auf Anraten Kaiser Karls IV. Eier zur Stärkung des Mörtels verwendet worden waren. Eine Untersuchung, die während der letzten Sanierungsarbeiten durchgeführt wurde, hatte gemischte Ergebnisse aufgewiesen. Einige Wissenschaftler behaupteten 2008, Spuren von Eiprotein gefunden zu haben. Zwei Jahre später sagte aber dieselbe Universität, dass diese Ergebnisse fehlerhaft waren. Es konnte aber die Beimischung von Quark und Wein nachgewiesen werden.

Bis 1841 war die Karlsbrücke die einzige Brücke über die Moldau in Prag. Die Statuen auf der Brücke waren nicht Teil des ursprünglichen Entwurfs, sondern wurden ab dem 17. Jahrhundert nach und nach hinzugefügt. Die Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk wurde 1683 installiert und ist die älteste Figur auf der Brücke.

Die Brücke wurde bei Überschwemmungen mehrfach beschädigt. Ein Hochwasser im Jahr 1432 beschädigte drei Pfeiler. Im Jahr 1496 brach der dritte Bogen von der Altstadt aus betrachtet bei Bemühungen zur Verstärkung einer Stütze ein. Reparaturen wurden erst 1503 abgeschlossen.

Im September 1890 wurde die Brücke durch eine andere Flut beschädigt. Im Flusswasser treibende Baumstämme brachten drei Bögen und zwei Pfeiler zum Einsturz, andere wurden teilweise beschädigt. Die Reparatur dauerte zwei Jahre und die Brücke wurde am 19. November 1892 wiedereröffnet.

Während des Hochwassers fielen zwei Statuen in den Fluss. Die Statue des Heiliger Kajetan wurde durch eine Kopie ersetzt. Und die Statuengruppe mit dem heiligen Ignatius wurde in den Jahren 1928 bis 1938 durch die Heiligen Kyrill und Method abgelöst. Die byzantinischen Gelehrten und Priester betrieben die christliche Missionierung slawischer Völker und werden deshalb als Slawenapostel bezeichnet.

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