Prag kämpft gegen Russenkitsch und Touristen-Abzocke

Stadt will den Verkauf und Souveniren besser regeln und betrügerische Wechselstuben schließen. Doch der Nepp ist einen Schritt voraus

Das Prager Stadtzentrum wirkt vielerorts wie eine einzige Ansammlung kitschiger Souvenirläden und Abzock-Wechselstuben. Das würde der Magistrat in Zukunft gerne ändern. Jiří Chabr von der Koalition „Gemeinsam für Prag/STAN/TOP 09 hat im Stadtrat einen Vorschlag eingebracht, Pachtverträge der Stadt mit einigen dieser Läden nicht weiter zu verlängern. „Die Stadt wird Anweisungen geben, bestimmte Pachtverträge nicht zu verlängern. Das betrifft vor allem den Verkauf von Souveniren“, sagt Chabr. Der würde der Stadt, so Chabr, nicht besonders viel bringen.

Es wird erwartet, dass die Piraten, die größte Partei im Magistrat, Chabrs Vorpreschen zustimmen wird. Auch in der eigenen Koalition hat er Unterstützung. „Transparenz und der Kampf gegen unfaire Läden im Stadtzentrum gehören zu unseren Prioritäten“, meint TOP 09 Parteichef Jiří Pospíšil.

Welche Läden genau betroffen sein werden, ist bislang nicht klar. Aber viele der Andenken, die in der Altstadt verkauft werden, haben mit Prag oder Tschechien nichts zu tun. Die russischen Militärmützen oder die Matroschkas, die rund um die Karlsbrücke verkauft werden zum Beispiel, „böhmischer“ Granat aus Südamerika oder „Gablonzer Bijouterie“ made in China.

Gesetzesnovelle geplant

Chabr würde am liebsten all den Läden mit, wie er sagt, „geschmacklosen Waren“ dem Garaus machen. Stattdessen möchte er eine eher Prag-typische oder zumindest böhmische Auswahl an Mitbringseln im Angebot sehen. Glas oder Porzellan, zum Beispiel.

Auch den Wechselstuben, die ahnungslose Touristen mit niedrigem Wechselkurs abzocken, könnte bald das letzte Stündlein schlagen. Schon im vergangenen Jahr hat die Tschechiche Nationalbank (ČNB) einer der größten Nepper-Stuben am Altstädter Ring die Lizenz entzogen. Jetzt will die Stadt weiteren das Handwerk legen: dass einigen Wechselstuben in der Altstadt, der Nationalstrasse und der Jungmannova-Straße die Pacht nicht erneuert werden wird, ist schon jetzt beschlossene Sache. Die Piraten wollen sogar noch weiter gehen und im Parlament gegen die betrügerischen Praktiken vorgehen.

Allerdings sind die Geldwechsler ihnen schon einen Schritt voraus. Sie haben ihre Abzocke inzwischen automatisiert und suchen momentan aktiv nach Läden, Restaurants oder Imbiss-Buden, in denen sie ihre blauen Bankomaten aufstellen können, in denen man zu schlechtem Kurs und hohen Gebühren Geld abheben kann. Mehr dazu von Janek Rubeš dem Honest Guide Prag (Video auf Englisch).

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