Im Totaleinsatz: Ausstellung zu tschechischen NS-Zwangsarbeitern in Wien

Zwangsarbeit der tschechischen Bevölkerung für das Dritte Reich / mit Erweiterung um Zwangsarbeit auf österreichischem Gebiet

Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds eröffnete am 10. Oktober in Zusammenarbeit mit der Prager Organisation Živá paměť in der Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte der Universität Wien die Ausstellung Im Totaleinsatz: Zwangsarbeit der tschechischen Bevölkerung für das Dritte Reich / mit Erweiterung um Zwangsarbeit auf österreichischem Gebiet.

Ziel der Ausstellung ist es, Zwangsarbeit aus der Perspektive von Zeitzeugen näher zu bringen und insbesondere bei jungen Menschen Interesse für deren Schicksale zu wecken. Anhand von mehr als 300 überwiegend persönlichen Dokumenten, Fotografien, Briefen, Tagebüchern und weiteren Archivmaterialien, die größtenteils aus privaten Sammlungen von ehemaligen Zwangsarbeitern stammen, erinnert die bereits in mehreren deutschen Städten präsentierte Ausstellung an das Schicksal von mehr als 450.000 Tschechen, die während des Zweiten Weltkriegs zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich deportiert wurden.

„Im Mittelpunkt unserer Tätigkeit standen und stehen immer einzelne Menschen – sei es bei der Zwangsarbeiterentschädigung als auch bei der Erinnerung an das schwere NS-Unrecht“, so Tomáš Jelínek, tschechischer Geschäftsführer des Fonds. „So ist diese Ausstellung einerseits eine Hommage an die Opfer des Nationalsozialismus, gleichzeitig aber auch eine nach wie vor aktuelle Warnung an uns alle, wie schnell Andere zu Menschen zweiter Klasse werden können.“

An der Vernissage der Ausstellung, die vom Tschechischen Zentrum Wien unterstützt wurde, nehmen auch Familienangehörige von Zwangsarbeitern teil – unmittelbare Augenzeugen ihrer Verfolgung oder Angehörige der Nachfolgegeneration.

„Wir sind froh, durch die Präsentation unserer Ausstellung in Wien auch den österreichischtschechischen Dialog zu diesem Thema zu unterstützen“, sagte Petra Ernstberger, die deutsche Geschäftsführerin des Zukunftsfonds.

Für die Schau in Wien wurde die Ausstellung maßgeblich erweitert und um eine Reihe neuer Dokumente und Zeugnisse ergänzt, die das Schicksal der rund 80.000 Tschechen beleuchten, die zur Zwangsarbeit auf dem Gebiet der damaligen „Ostmark“ eingesetzt waren. Konkret wird in der Ausstellung etwa an die Zwangsarbeit von Tschechen in Wien, Linz, Steyr, Enzesfeld und weiteren Zentren der Waffenindustrie erinnert sowie an junge tschechische Landwirte, die zum Bau des so genannten Südostwalls gegen die anrückende Rote Armee eingesetzt wurden oder an die Häftlinge in Arbeitserziehungslagern auf dem Gebiet des heutigen Österreich.


Ausstellungsort:
Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte
Campus der Universität Wien
Spitalgasse 2-4, Hof 1.12
1090 Wien

Kontakt:  +43-1-4277-16711

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