Am Altstädter Ring soll ein Ritz-Carlton-Hotel stehen

Die Stadt hatte im vergangenen Jahr das verspätete Projekt abgesagt

Ein lange geplantes Hotelprojekt am Altstädter Ring, das abgeblasen zu sein schien, wird wahrscheinlich doch verwirklicht. Das Prager Rathaus kündigte im Dezember 2017 an, dass es den Vertrag mit einem Unternehmen beenden werde, das geplant hatte, acht Gebäude in der Nähe des Altstädter Rings zu einem Hotel zu vereinen. Jetzt sieht es aber aus, dass die Stadtverwaltung ihre Entscheidung rückgängig machen wird.

Die Firma Akroterion hat seit 1996 vier Häuser von der Stadt gemietet und besitzt vier weitere. Das geplante Fünf-Sterne-Hotel mit etwa 100 Zimmern soll nach einem der Gebäude „U Sixtů“ benannt werden. Neben dem Haus „Zum Sixt“ umfasste das Projekt auch die Häuser „Zum Steinernen Vogel“, „Zur Ungarischen Krone“, „Zum Einhorn“, „Zum Weißes Pferdchen“, „Zur Schwarzen Sonne“, „Zum Steinernen Lamm“ und „Zum Weißen Wolf“. Die Gebäude befinden sich in den Straßen Celetná, Železná und Kamzíkova.

Im Rahmen eines Kompromisses sollen dem Komplex 20 Luxuswohnungen hinzugefügt werden.

Das Projekt hat zahlreiche Verzögerungen und Rückschläge hinter sich, die Gebäude stehen größtenteils leer, abgesehen von einigen Geschäften auf Straßenebene und ein paar Mietern, die sich dem Projekt widersetzen. Es gab auch öffentliche Petitionen gegen das Projekt, in denen behauptet wurde, dass es zu viele Hotels in der Gegend und nicht genügend dauerhafte Unterkünfte für Einwohner gäbe.

Das Nationale Denkmalamt (NPÚ) äußerte sich ebenfalls besorgt über das Ausmaß der Eingriffe in die Gebäude.

Die Stadtverwaltung verlor dann die Geduld mit dem Investor und drohte im letzten Jahr, den Vertrag wegen Nichteinhaltung der Frist für die Eröffnung des Hotels zu stornieren.

Diese Woche gab die Firma Akroterion der Stadt neue Garantien, dass sie das Hotel bauen und höhere Mieten zahlen werde. Wenn die Stadt den aktualisierten Vertrag akzeptiert, sollte bis Ende des Jahres 2022 ein Hotel der amerikanischen Ritz-Carlton-Kette seine ersten Gäste empfangen.

Akroterion muss belegen, dass es eine gültige Baugenehmigung, einen Vertrag mit einer Baufirma und eine Bankfinanzierung besitzt. Die Hotelkette Ritz-Carlton teilte der Stadt bereits mit, dass sie das Hotel betreiben würde.

Nach früheren Berichten sollte der Bau zwei Milliarden tschechische Kronen (etwa 80 Millionen Euro) kosten. Eine Baugenehmigung wurde 2014 erteilt, angebliche technische Probleme hätten jedoch den Baubeginn verhindert.

Der für das Stadteigentum verantwortliche Stadtrat Karel Grabein Procházka (ANO) sagte der Tageszeitung Mladá fronta Dnes (MfD), dass der Vertrag für die Stadt günstig sei und strenge Auflagen beinhalte. Wenn der Investor das Hotel nicht öffne, verfalle der Bau der Stadt und die Firma bekomme kein Geld zurückerstattet.

Der Rohbau sollte bis Juni 2021 abgeschlossen sein und das Hotel muss laut MfD Ende 2022 eröffnet werden. Für eventuelle Reparaturen besteht eine sechsmonatige Nachfrist. Danach müsste der Investor eine Geldstrafe von 30.000 Kronen pro Tag bezahlen. Außerdem kann die Stadt den Vertrag kündigen.

Durch den Neubau sollen bis zu 100 Hotelzimmer, Restaurants, Cafés, Geschäfte und Dienstleistungen geschaffen werden. Der Investor rechnet auch mit einer öffentlichen Passage mit Geschäften.

Der Neubau werde nach Angaben des Investors auch 20 Luxuswohnungen umfassen, die langfristig an finanzkräftige Kunden vermietet werden sollen.

Der Mangel an Wohnungen im historischen Zentrum Prags ist seit Langem ein Problem und der Bau der Luxuswohnungen ist Teil des Kompromisses mit der Stadt.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Petra Kolínská (Grüne) sagte, dass die neuen Wohnungen gut für die Gegend wären. Sie sei aber enttäuscht, dass sie für typische Prager, wie zum Beispiel für Lehrer, mit einer Beziehung zu dem Stadtviertel, nicht erschwinglich wären.

Abgesehen von konkreten Terminen steht im neuen Vertrag auch eine Erhöhung der Miete für die Gebäude, die im Eigentum der Stadt sind. Bis 2081 muss Akroterion 36 Millionen Kronen (ca. anderthalb Millionen Euro) mehr zahlen, als in der ersten Vertragsversion vereinbart. Sollte der Vertrag dann sogar bis 2111 verlängert werden, müsste der Investor um 48 Millionen Kronen (etwa zwei Millionen Euro) mehr bezahlen. Akroterion muss während der Mietzeit ebenfalls mehrere Generalreparaturen vornehmen.

Der Investor muss außerdem eine Geldstrafe von zehn Millionen Kronen (etwa 400 Tausend Euro) bezahlen, weil das Hotel nicht im letzten Jahr zum vereinbarten Termin fertiggestellt worden war.

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