Die Stadtautobahn soll fußgängerfreundlicher werden

Pläne für den Umbau der Magistrale sind ins Stocken geraten

Die Stadtautobahn, die durch das Zentrum von Prag führt, soll fußgängerfreundlicher werden. Neun Bürgerinitiativen schickten der Prager Oberbürgermeisterin Adriana Krnáčová (ANO) einen offenen Brief, in dem sie mehr Fußgängerübergänge, sichere Bürgersteige und eine freundlichere Gestaltung der Umgebung der Stadtautobahn fordern. Die Organisationen wollen, dass das Thema bei der nächsten Stadtratssitzung angesprochen wird.

Die vorgeschlagenen Änderungen betreffen den durch das Stadtzentrum führenden, drei Kilometer langen Abschnitt der sogenannten Nord-südlichen Magistrale zwischen der Hlávka-Brücke (Hlávkův most) und der Nusl-Brücke (Nuselský most).

Die vorgeschlagenen Änderungen umfassen neue Bänke und Stadtmobiliar,mehr Übergänge und bessere Bürgersteige sowie ein benutzerfreundliches Orientierungssystem. Mit den sichtbarsten Modifikationen rechnet man in der Nähe vom U-Bahnhof I. P. Pavlova und dem Nationalmuseum.

Die Ampelanlagen sollten laut Bürgerinitiativen ebenfalls verändert, die Radwege sollten besser gekennzeichnet und sicherere Fußgängerübergänge sollten gebaut werden.

Empfehlungen für diese Änderungen gibt es schon lange, sie wurden aber bisher von der Stadtleitung ignoriert. Kritiker sagen, der Grund sei, Oberbürgermeisterin Krnáčová und die anderen Mitglieder der ANO-Bewegung befürchten, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen negative Auswirkungen auf den Verkehr haben könnten. Die Oberbürgermeisterin hat vor vierzehn Tagen eine Entscheidung des Stadtparlaments aufgehoben, die Neugestaltung der Stadtautobahn durchzuführen.

Die ANO-Bewegung ist die stärkste Fraktion im Prager Stadtparlament und regiert die Stadt in Koalition mit den Sozialdemokraten (ČSSD) und einer Allianz von drei kleineren Parteien.

Der stellvertretende Vorsitzende der ANO-Fraktion, Patrik Nacher, sagte der Tageszeitung Pražský deník, dass seine Bewegung wissen möchte, wie sich die Änderungen auf den Verkehr auswirken würden, bevor das Projekt gestartet werden kann.

Die Bürgerinitiativen, die die Änderungen durchsetzen wollen, sagen, die Befürchtungen seien unbegründet. In dem offenen Brief heißt es, dass es auf der Grundlage einer Studie des Stadtplanungsbüros Gehl einen Zeitplan für die ersten Maßnahmen gebe, die nur äußerst geringe Auswirkungen auf den Verkehr hätten.

„Im Gegenteil, die Änderungen werden den Bewohnern und Besuchern Prags, die das Zentrum der Stadt zu Fuß erkunden, erhebliche Vorteile bringen und einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität des betreffenden Gebietes leisten,“ heißt es in dem Schreiben. Die Neugestaltung der Umgebung der Stadtautobahn, im offenen Brief "Humanisierung" genannt, hätte eigentlich mit der Eröffnung des Blanka-Tunnels im Jahr 2015 in Angriff genommen werden sollen.

Zu den Gruppen, die den Brief unterschrieben haben, gehören der sich dem Denkmalschutz widmende Klub für das alte Prag (Klub za starou Prahu), die Radfahrerorganisation Auto*Mat, die Naturschutzorganisation Arnika, die Initiative Die Liebener Brücke nicht abreissen (Libeňský most nebourat), die Architektengruppe Zentrum für mitteleuropäische Architektur - CCEA (Centrum pro středoevropskou architekturu - CCEA), die Bürgerinitiative Prager Mütter (Pražské matky) und der Nachbarschaftsverein Holešovičky für Menschen (Holešovičky pro lidi).

„Die Magistrale schädigt die Lebensqualität in Prag durch Lärm und Smog. Die Stadtleitung, die behauptet, dass Verkehrsberuhigung im Stadtzentrum eine ihrer Prioritäten sei, lehnt es aber ab, auch nur einige neue Fußgängerüberwege zu errichten,“ sagte Anna Vinklárová vom Klub für das alte Prag.

„Über die Stadtautobahn gehen täglich mehr als 100.000 Fußgänger, aber nur 80.000 Autos. Die Gehwege neu zu gestalten und neue Fußgängerübergänge zu errichten sollte Vorrang haben, damit die Magistrale zu einem bedeutenden Prager Boulevard werden kann,“ fügte hinzu Yvette Vašourková vom Zentrum für mitteleuropäische Architektur - CCEA.

„Schon seit Anfang der Neunziger Jahre bemühen wir uns um eine Umwandlung der Magistrale von einer Barriere, die die historische Stadt in zwei Teile spaltet, in einen Verkehrsweg, der der Kommunikation dient. Die vorgeschlagenen kleinen Maßnahmen könnten ein erster Schritt in dieser Richtung sein,“ findet Jarmila Johnová von den Prager Müttern.

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